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Change by Evolution (2800 Zeichen)

Die Stadt Wien inszeniert das Charles Darwin Jahr

 

Charles Darwin hat wie kaum ein anderer Wissenschafter an scheinbaren Grundgerüsten des menschlichen Selbstverständnisses gerüttelt.

 

Darwin ist bis heute ein Reizwort und gleichzeitig permanentes Missverständnis. Schon aus diesem Grund hat die Stadt Wien im Darwin-Jahr 2009 unter dem Rahmen und Motto „Change by Evolution" eine Reihe von Veranstaltungen, Ausstellungen, Symposien, Führungen und Workshops unter einem zentralen kommunikativen Dach versammelt.

 

 „Es wäre überheblich zu behaupten, wir hätten den Stein der Weisen erfunden oder würden aus eigener Kraft neue Erkenntnisse zu Darwin zutage bringen", so Professor Dr. Hubert Christian Ehalt, Leiter der Abteilung Wissenschaft in der Stadt Wien und Begründer der renommierten „Wiener Vorlesungen", zum Darwin-Jahr: „Aber wir haben versucht, die Fülle an Einzelevents zu koordinieren, systematisieren und zu kommunizieren und gleichzeitig mit einer leicht verständlichen, permanenten aktualisierten Homepage (www.charles-darwin-jahr.at) allen Interessierten Zugang zu Charles Darwin und den aktuellen Diskussionen und Forschungserkenntnissen zu ihm und zur Evolutionstheorie zu verschaffen. Parallel dazu tragen wir alle diese Initiativen nach außen. Wir sind Kommunikationsdrehscheibe und Vermittler. Dies ist auch die Kernaufgabe unserer Abteilung".

 

Zwölf Monate lang steht die Stadt Wien im Zeichen Darwins: Von Februar 2009 bis Februar 2010 sorgen 16 Veranstaltungen für ein tieferes Verständnis der Evolutionstheorie und ihrer Folgen. Nach der Eröffnung des Darwin-Jahrs durch die Wiener Vorlesungen lädt am 3. März die Österreichische Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der Universität Wien und den Wiener Vorlesungen zum Symposium „Evolution - Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt": Im Verlauf von vier Tagen wird untersucht, wie die Evolutionstheorie sich in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen abbildet - der Bogen reicht von der Neurobiologie über die Ökonomie bis zur Kunstgeschichte.

 

Im Anschluss untersuchen Wissenschaftler der Universität Wien die Evolution des Schlafes unter dem Titel „Vom Urmenschen zum Uhrenmenschen" (17. März). Eine Ausstellung im öffentlichen Raum lässt den Betrachter ab Juni auf den Spuren Darwins wandeln: Auf Litfaßsäulen und City Light Vitrinen wird die Reise mit der Beagle nachvollzogen und das Leben und Werk Darwins vorgestellt. „Homo Sociobiologicus - Evolution der Kooperation beim Menschen" nennt sich eine interdisziplinäre Universitätstagung, bei der Forscher der Soziobiologie, Sozialwissenschaften, Anthropologie und Philosophie in Dialog treten und bei der die Relevanz von Formen der Kooperation nachgewiesen wird.

 

Die bildende Kunst nähert sich dem Thema unter dem Motto „Evo Evo!". Die vom Kuratorenteam Peter und Ingeborg Braunsteiner gestaltete Ausstellung im Wiener Künstlerhaus richtet den Fokus vor allem auf die geistig-kulturellen Aspekte der Entwicklungsgeschichte. 18 Veranstaltungen sind bis jetzt geplant - bis in den Februar 2010 hinein, wo die katholisch-theologische Fakultät internationale Wissenschaftler die Frage „Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube - eine Herausforderung für Biologie, Theologie und Philosophie sowie für den interdisziplinären Diskurs" diskutieren lässt.

Charles Darwin - Die Welt der Wissenschaft

Wie viel der ursprünglichen Thesen Charles Darwins der Evolutionstheorie enthalten ist, untersucht diese Ö1-Sendung vom 15.12.2009.