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Christoph Kardinal Schönborn distanziert sich von der Lehre des Intelligent Design

 

Die Schöpfungstheologie dürfe Gott nicht dort suchen, wo die Wissenschaft in ihren Erklärungen der Welt und des Menschen Lücken übrig lässt, erklärte Kardinal Christoph Schönborn am 4. März bei einer Diskussion im Anschluss an seinen Vortrag im Rahmen des Wiener Charles-Darwin-Jahrs.

 

Vor fast vier Jahren hat Kardinal Christoph Schönborn international Aufsehen erregt, als er in einem Artikel für die New York Times von „overwhelming evidence for design" schrieb und meinte, dass die Evolutionstheorie „wahr sein könne". „Die Evidenz der Zusammengehörigkeit allen Lebens ist überwältigend", so Schönborn in der anschließenden Diskussion zu Darwins Erkenntnis, dass alle Organismen miteinander verwandt seien.

Die Vorträge im Rahmen des Symposium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften „Evolution - Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt" hätten das wieder deutlich vor Augen geführt. „Aber mich hat noch nie eine wissenschaftliche Erkenntnis in meinem Glauben erschüttert".

 

Nein zu Intelligent Design und Kreationismus

 

In seinem Vortrag beschäftigte sich Schönborn unter anderem mit der Schule des Intelligent Design - mit dieser werde er seines Erachtens nach zu Unrecht immer noch in Verbindung gebracht. „Der Versuch dieser Schule, hohe Komplexität in der Natur als Beweis für ein „intelligent design" zu bewerten, krankt an dem fundamentalen Denkfehler. Design, Plan, Zielgerichtetheit kann nicht auf der Ebene der Kausalität gefunden werden, mit der sich die naturwissenschaftliche Methode befasst".

 

Gott ist kein Lückenbüßer

 

Die Schöpfungstheologie dürfe Gott nicht dort suchen, wo die Naturwissenschaft in ihrer Erklärung von Welt Lücken offen lasse. Hier bestehe die Gefahr eines „Lücken-Gottes".

Sein Aufsatz für die New York Times sei, meint er heute, vielleicht etwas holzschnittartig ausgefallen. Aber immerhin seien manche interessante Diskussion die Folge gewesen.

Eine seiner Mitarbeiterinnen habe ihm von einer Debatte in der Wiener U-Bahn berichtet: Zwei Jugendlichen stritten darüber, ob „der Schönborn recht habe". Der eine meinte, der Mensch sei lediglich Produkt des Zufalls. Der andere meinte, lieber wäre ihm,.er wäre das nicht. „Meine Mitarbeiterin sagt, die Diskussion sei untentschieden ausgegangen."

 

Vortrag im Wortlaut unter www.charles-darwin-jahr.at

 

Die Stadt Wien hat 2009 ein Charles-Darwin-Jahr inittiiert - mit einem Dutzend Symposien, mehreren Ausstellungen, zahlreichen Vorträgen und Führungen. Charles Darwins Leben und Werk werden auf einer eigens entworfenen Homepage vorgestellt: www.charles-darwin-jahr.at

Charles Darwin - Die Welt der Wissenschaft

Wie viel der ursprünglichen Thesen Charles Darwins der Evolutionstheorie enthalten ist, untersucht diese Ö1-Sendung vom 15.12.2009.