7. Okt. 2009, 16:58

Freud, Freier Wille, Grammatik, Medizin und Darwin

Symposium im Künstlerhaus

 

Das Symposion “Bildwelten - Weltbilder” wirft unterschiedliche Aspekte auf Charles Darwin und dessen Evolutionstheorie. 8. und 9. Oktober im Künstlerhaus Wien.

 

Das Fachsymposion „Darwins Kosmos, Bildwelten- Weltbilder“ setzt im Charles Darwin Jahr 2009 der Stadt Wien weitere Akzente: Aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen und neuer Forschungserkenntnisse wird Darwins Evolutionstheorie in ihrer Bedeutung heute betrachtet: Neurowissenschaften, Sprachwissenschaften, Medizin, Pädagogik und Psychoanalyse.

Nach einer Einleitung durch den Organisator und Österreichischen Charles Darwin-Spezialisten Dr. Franz M. Wuketits (Universität Wien) befasst sich der renommierte deutsche Hirnforscher DDr. Gerhard Roth (Universität Bremen) mit der „Evolution des freien Willens“ und wird sicherlich einen provokanten Auftakt setzen: Wie frei kann ein Individuum sein, wie fiktiv ist freier Wille, wie sehr sind Hirn und Mensch konditioniert?

 

Der Psychoanalytiker Dr. Christfried Tögel (Universität Magdeburg) befasst sich mit der Biografie Sigmund Freuds und dessen Auseinandersetzung mit Charles Darwin, den Freud intensiv verehrte. Am ersten Tag referiert der Sozialmediziner Dr. Beda M. Stadler (Universität Bern) über „Horizonte der Evolutionsmedizin“, insbesondere über immunologische Erkrankungen und das Immunsystem im Kontakt zur Evolutionsbiologie.

 

Den zweiten Tag eröffnet die Erziehungswissenschafterin Dr. Johanna Forster (Universität München) mit einem Referat über „Evolution und Pädagogik“ und stellt sich die Frage nach der generellen Erziehbarkeit des Menschen angesichts präkonditionierter Ausgangssituationen.

Der Sprachwissenschafter Dr. Wolfgang Steinig (Universität Siegen) vergleicht in seinem Vortrag „Vom Tanz zur Grammatik“ Strukturen der Rituale mit jenen der Sprache und stellt die Evolution von Mensch und Sprache in einen strukturrealistischen Konnex.

 

Der Philosoph Dr. Eckart Voland (Universität Gießen) schließlich formuliert in seinem Referat „Gott hat Geschichte. Hat er auch Naturgeschichte“ den Widerspruch von evolutionärer Anthropologie versus Transtendenz und Religion.

 

Das Symposion ist ein Spiegel der Reflexionen unterschiedlicher Disziplinen auf Darwin und seine Thesen sowie die Ideologie, die sich aufgrund darwinscher Erkenntnisse abgeleitet haben. Sie und deren Substanz werden ebenso kritisch überprüft wie die seit mehr als 150 Jahren dauernde Auseinandersetzung zwischen Schöpfergottglaube und dessen naturwissenschaftliche Infragestellung.

 

 

Programm:

 

Donnerstag, 8.Oktober

 

14:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung

14:30 Uhr Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth (Bremen), "Die Evolution des freien Willens"

15:30 Uhr Prof. Dr. Christfried Tögel (Magdeburg), "Von den Geschlechtsorganen des Aals zur Traumdeutung. Darwins Einfluß auf Freud"

16:30 Uhr Kaffeepause

17:00 Uhr Prof. Dr. Beda M. Stadler (Bern), "Warum werden wir krank? Horizonte der Evolutionsmedizin"

 

 

Freitag, 9. Oktober

 

14:00 Uhr Prof. Dr. Johanna Forster (München), "Evolution und Pädagogik. Ist der Mensch erziehbar?"

15:00 Uhr Prof. Dr. Wolfgang Steinig (Siegen), "Vom Tanz zur Grammatik. Evolution der Sprache aus Rhytmus, Tanz und Musik"

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr Prof. Dr. Eckart Voland (Gießen), "Gott hat Geschichte. Hat er auch Naturgeschichte?"

17:30 Uhr Prof. Dr. Franz M. Wuketits (Wien), "Warum das Böse fasziniert. Darwin und die Illusionen der Moral"

18:30 Uhr Schlussworte

Charles Darwin - Die Welt der Wissenschaft

Wie viel der ursprünglichen Thesen Charles Darwins der Evolutionstheorie enthalten ist, untersucht diese Ö1-Sendung vom 15.12.2009.