Die Naturwissenschaften sind ihm allerdings von klein auf vertraut, ist doch sein Großvater der zu seiner Zeit sehr bekannte Forscher Erasmus Darwin. Dieser beschäftigte sich unter anderem mit Fossilien und vertrat bereits in seinem 1796 erschienen Buch "Zoonomia" die Ansicht, die existierenden Lebewesen hätten sich aus gemeinsamen Vorfahren entwickelt - wofür sein Buch auch auf dem Index der von der katholischen Kirche verbotenen Bücher landete.

 

 

Erst Medizin, dann Theologie


Nach der Schulzeit in Shrewsbury geht Charles 1825 zum Medizinstudium nach Edinburgh. Doch schon zwei Jahre später bricht er das Studium ab - seine Abneigung gegen das Sezieren und die damals grausamen Operations¬methoden ist zu groß. Der Vater sorgt sich, aus dem Jungen könne nichts werden. Er schreibt ihn in Cambridge für Theologie ein, in der Hoffnung, sein Sohn könne Pfarrer werden. Charles studiert beflissentlich, besonders begeistert ihn allerdings die Biologie - damals noch Bestandteil des Theologiestudiums.

 

 

Fünf Jahre auf der "Beagle"


Mit dem 27. Dezember 1831 verändert sich das Leben von Charles Darwin grundlegend: Er ist Mitglied einer Forschungsreise, die er später "das bei weitem wichtigste Ereignis in meinem Leben" nennen wird. Auf der "HMS Beagle" unter Kapitän Robert FitzRoy bereist und erforscht er fünf Jahre lang die Welt: die Kapverdischen Inseln, die Falklandinseln, Südamerikas Küsten, die Galapagos-Inseln, Patagonien, Südafrika, Mauritius und Australien.

 

 

Aus Darwins Tagebuch


"Selbst Entzücken ist nur ein schwacher Ausdruck zur Wiedergabe der Gefühle eines Naturforschers, der zum ersten Male allein in einem brasilianischen Walde gewandert ist."
Charles Darwin 1832

 

 

"Survival of the Fittest"


Bei seiner Rückkehr hat er nicht nur eine Galapagos-Riesenschildkröte im Gepäck (die erst im November 2006 im Alter von 176 Jahren sterben wird), sondern auch massenhaft Aufzeichnungen und Fundstücke, die die Grundlage seines wichtigsten Werkes bilden: "Die Entstehung der Arten" erscheint 1859 und ist sofort vergriffen.

 

Skeptiker kritisieren die Theorie bis heute als blasphemisch, denn entgegen der christlichen Schöpfungs¬geschichte vertritt Darwin die Theorie, dass die verschiedenen Arten Folge von Anpassungen an den Lebensraum ("Survival of the Fittest") sind und sich somit auseinander entwickelt haben. Die wissenschaftliche Welt allerdings erkennt schnell die sensationellen wie fundierten Erkenntnisse an.

 

Rund 20 wissenschaftliche Werke veröffentlicht das Mitglied der Royal Society - von Studien über Korallenriffe, fleischfressende Pflanzen und Orchideen bis hin zur Abstammung des Menschen, dem wohl umstrittensten naturwissenschaftlichen Werk.

 

 

Artenentstehung nach Alfred R. Wallace


Der mittellose Wissenschaftler Alfred R. Wallace entwickelt pikanterweise fast zeitgleich die Evolutionstheorie: 1857 sendet er Darwin einen Artikelentwurf zu, in dem er zum Teil wortgleich die Thesen zur Artenentstehung formuliert. Darwin und Wallace einigen sich darauf, dass erste Texte zeitgleich veröffentlich werden.

 

 

Privates Glück im Down House


Auch privat nähert sich Darwin rein wissenschaftlich den Dingen: Vor der Ehe macht er eine Liste, aufgeteilt in Pro und Kontra. Für eine Heirat spricht "der beständige Gefährte und Freund im Alter ... better than a dog anyhow... ". Gegen eine Heirat vermerkt er: "weniger Geld für Bücher" und "schreckliche Zeitverschwendung".

 

Doch die Positivseite setzt sich durch, Darwin heiratet 1839 seine Cousine Emma Wedgwood aus der berühmten Porzellan-Manufaktur-Familie. Die Familie bewohnt nahe London das "Down House", das so eine berühmte Sehenswürdigkeit wird. Zehn Kinder haben die beiden gemeinsam, drei davon sterben früh - ein Sohn leidet offenbar unter dem "Down-Syndrom".

 

Am 19. April 1882 stirbt Darwin im Alter von 73 Jahren. Er wird in der Westminster Abbey bestattet. Seit dem Jahr 2000 ziert sein Konterfei die britische Zehn-Pfund-Note.

 

Charles Darwin - Die Welt der Wissenschaft

Wie viel der ursprünglichen Thesen Charles Darwins der Evolutionstheorie enthalten ist, untersucht diese Ö1-Sendung vom 15.12.2009.