Freud, Freier Wille, Grammatik, Medizin und Darwin

Symposium im Künstlerhaus

 

Das Symposion “Bildwelten - Weltbilder” warf unterschiedliche Aspekte auf Charles Darwin und dessen Evolutionstheorie. 8. und 9. Oktober im Künstlerhaus Wien.

 

Das Fachsymposion „Darwins Kosmos, Bildwelten- Weltbilder“ setzte im Charles Darwin Jahr 2009 der Stadt Wien weitere Akzente: Aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen und neuer Forschungserkenntnisse wurde Darwins Evolutionstheorie in ihrer Bedeutung heute betrachtet: Neurowissenschaften, Sprachwissenschaften, Medizin, Pädagogik und Psychoanalyse.

 

Nach einer Einleitung durch den Organisator und Österreichischen Charles Darwin-Spezialisten Dr. Franz M. Wuketits (Universität Wien) befasste sich der renommierte deutsche Hirnforscher DDr. Gerhard Roth (Universität Bremen) mit der „Evolution des freien Willens“ und setzte einen provokanten Auftakt: Wie frei kann ein Individuum sein, wie fiktiv ist freier Wille, wie sehr sind Hirn und Mensch konditioniert? >> zur PowerPoint Präsentation

 

Der Psychoanalytiker Dr. Christfried Tögel (Universität Magdeburg) befasste sich mit der Biografie Sigmund Freuds und dessen Auseinandersetzung mit Charles Darwin, den Freud intensiv verehrte. >> zur PowerPoint Präsentation

 

Am ersten Tag referierte der Sozialmediziner Dr. Beda M. Stadler (Universität Bern) über „Horizonte der Evolutionsmedizin“, insbesondere über immunologische Erkrankungen und das Immunsystem im Kontakt zur Evolutionsbiologie. >> zur PowerPoint Präsentation

 

Den zweiten Tag eröffnete die Erziehungswissenschafterin Dr. Johanna Forster (Universität München) mit einem Referat über „Evolution und Pädagogik“ und stellte sich die Frage nach der generellen Erziehbarkeit des Menschen angesichts präkonditionierter Ausgangssituationen.

 

Der Sprachwissenschafter Dr. Wolfgang Steinig (Universität Siegen) vergleichte in seinem Vortrag „Vom Tanz zur Grammatik“ Strukturen der Rituale mit jenen der Sprache und stellte die Evolution von Mensch und Sprache in einen strukturrealistischen Konnex.

 

Der Philosoph Dr. Eckart Voland (Universität Gießen) formulierte schließlich in seinem Referat „Gott hat Geschichte. Hat er auch Naturgeschichte“ den Widerspruch von evolutionärer Anthropologie versus Transtendenz und Religion.

 

 

Zu den Audiomitschnitten:

 

Eckart Voland - Gott hat Geschichte

Johanna Forster - Evolution und Pädagogik

Beda M. Stadler - Horizonte der Evolutionstherorie

Wolfgang Steinig - Vom Tanz zur Grammatik

Christfried Tögel - Von den Geschlechtsorganen des Aals zur Traumdeutung

Franz M. Wuketits - Warum das Böse fasziniert

 

 

Programm:

 

Donnerstag, 8.Oktober

 

14:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung

14:30 Uhr Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth (Bremen), "Die Evolution des freien Willens"

15:30 Uhr Prof. Dr. Christfried Tögel (Magdeburg), "Von den Geschlechtsorganen des Aals zur Traumdeutung. Darwins Einfluß auf Freud"

16:30 Uhr Kaffeepause

17:00 Uhr Prof. Dr. Beda M. Stadler (Bern), "Warum werden wir krank? Horizonte der Evolutionsmedizin"

 

 

Freitag, 9. Oktober

 

14:00 Uhr Prof. Dr. Johanna Forster (München), "Evolution und Pädagogik. Ist der Mensch erziehbar?"

15:00 Uhr Prof. Dr. Wolfgang Steinig (Siegen), "Vom Tanz zur Grammatik. Evolution der Sprache aus Rhytmus, Tanz und Musik"

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr Prof. Dr. Eckart Voland (Gießen), "Gott hat Geschichte. Hat er auch Naturgeschichte?"

17:30 Uhr Prof. Dr. Franz M. Wuketits (Wien), "Warum das Böse fasziniert. Darwin und die Illusionen der Moral"

18:30 Uhr Schlussworte

 

Charles Darwin - Die Welt der Wissenschaft

Wie viel der ursprünglichen Thesen Charles Darwins der Evolutionstheorie enthalten ist, untersucht diese Ö1-Sendung vom 15.12.2009.