Darwins weniger bekannte Abeiten

 

Charles Darwin krempelte mit seinem Hauptwerk die Biowissenschaften um. Daneben erwies er sich als penibler Forscher, der allein über 1000 Seiten über Rankenfußkrebse publizierte.

 

„Nichts in der Biologie macht einen Sinn, außer man betrachtet es im Lichte der Evolution," meinte einmal der Genetiker und Evolutionstheoretiker Theodosius Dobzhansky (1900-1975).
Mit seinem Werk On the Origin of Species (Über die Entstehung der Arten) verhalf Darwin der Evolutionstheorie zum entscheidenden und endgültigen Durchbruch.

 

Evolutionstheorie als Klammer

 

Diese Theorie ist heute die große Klammer, die alle biologischen Teildisziplinen umfasst. Sämtliche Phänomene des Lebenden lassen sich letztlich auf die Evolution zurückführen. Aber auch unabhängig von der Evolutionstheorie sind Darwins Leistungen in den Biowissenschaften enorm: Er beschäftigte sich mit einer Vielzahl biologischer Fragen und Probleme, schenkte jedem Detail seine Aufmerksamkeit und trug zur Entwicklung verschiedener biologischer Disziplinen maßgeblich bei.

 

 

Darwin als Botaniker

 

In seinem über 1000 Seiten starken Werk über die Rankenfußkrebse stellt Darwin detailreich eine spezialisierte, 800 Arten umfassende Gruppe der Krebstiere vor.
Mehrere Bücher widmete Darwin botanischen Problemen, etwa dem Bewegungsvermögen der Pflanzen, den pflanzlichen Blütenformen und den Befruchtungsvorgängen bei Orchideen.

 

 

Wegbereiter der Verhaltensforschung

 

 

Im ersten Band seines zweibändigen Werkes "The Variation of Animals and Plants under Domestication" (Das Variieren der Tiere und Pflanzen im Zustand der Domestikation) gibt Darwin auf über 370 Seiten einen profunden Überblick über alle damals gängigen Haustier- und Kulturpflanzenrassen.

Mit seinem Buch "The Expression of the Emotions in Man and Animals" (Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren) wurde Darwin zu einem Wegbereiter der modernen Verhaltensforschung.

 

Franz M. Wuketits

 

Charles Darwin - Die Welt der Wissenschaft

Wie viel der ursprünglichen Thesen Charles Darwins der Evolutionstheorie enthalten ist, untersucht diese Ö1-Sendung vom 15.12.2009.